Auf Zeichnungen stehen mal Ra-, mal Rz-Werte — und oft feinere Oberflächen als nötig. Dabei ist die Oberfläche einer der großen Kostentreiber an einem Zerspanungsteil. Ein kurzer Überblick.
Was Ra und Rz messen
Ra (arithmetischer Mittenrauwert) ist der Mittelwert aller Abweichungen des Profils von der Mittellinie. Er ist unempfindlich gegen einzelne Riefen und deshalb der international am häufigsten verwendete Wert.Rz (gemittelte Rautiefe) ist der Mittelwert der größten Höhenunterschiede zwischen Spitze und Tal in fünf Einzelmessstrecken. Er reagiert stärker auf einzelne Spitzen und Riefen und ist in Deutschland verbreitet.Eine feste Umrechnung gibt es nicht, weil beide Werte Unterschiedliches messen. Als Faustregel für gedrehte und gefräste Flächen gilt: Rz ist etwa vier- bis siebenmal so groß wie Ra.
Welche Rauheit welches Verfahren erreicht
| Ra (µm) | Rz ungefähr (µm) | typisch erreicht durch |
|---|---|---|
| 6,3 | 25 bis 40 | Schruppen, Vorbearbeitung |
| 3,2 | 16 bis 25 | Standard beim Drehen und Fräsen |
| 1,6 | 6,3 bis 10 | Schlichten |
| 0,8 | 4 bis 6,3 | Feinschlichten |
| 0,4 und feiner | unter 4 | Schleifen, Honen, Polieren |
Wir erreichen beim Drehen und Fräsen durch Feinschlichten Oberflächen bis Ra 0,8 (Rz 4); feinere Flächen entstehen durch Schleifen.
Welche Oberfläche brauchen Sie wirklich?
- Sichtflächen ohne Funktion: Ra 3,2 genügt fast immer.
- Dicht- und Anlageflächen: Ra 1,6 bis 3,2, je nach Dichtung.
- Lagersitze und Passungen: meist Ra 0,8 bis 1,6.
- Gleitflächen und dynamische Dichtungen: Ra 0,4 und feiner, oft geschliffen.
Geben Sie feine Oberflächen nur an den Funktionsflächen an und für den Rest einen allgemeinen Wert im Schriftfeld. Jede Stufe feiner kostet zusätzliche Bearbeitungsgänge — an der ganzen Oberfläche eines Teils kann das den Preis deutlich erhöhen.