Ratgeber · 4 Min. Lesezeit

Rz oder Ra? Oberflächenangaben verständlich erklärt

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Auf Zeichnungen stehen mal Ra-, mal Rz-Werte — und oft feinere Oberflächen als nötig. Dabei ist die Oberfläche einer der großen Kostentreiber an einem Zerspanungsteil. Ein kurzer Überblick.

Was Ra und Rz messen

Ra (arithmetischer Mittenrauwert) ist der Mittelwert aller Abweichungen des Profils von der Mittellinie. Er ist unempfindlich gegen einzelne Riefen und deshalb der international am häufigsten verwendete Wert.Rz (gemittelte Rautiefe) ist der Mittelwert der größten Höhenunterschiede zwischen Spitze und Tal in fünf Einzelmessstrecken. Er reagiert stärker auf einzelne Spitzen und Riefen und ist in Deutschland verbreitet.

Eine feste Umrechnung gibt es nicht, weil beide Werte Unterschiedliches messen. Als Faustregel für gedrehte und gefräste Flächen gilt: Rz ist etwa vier- bis siebenmal so groß wie Ra.

Welche Rauheit welches Verfahren erreicht

Ra (µm)Rz ungefähr (µm)typisch erreicht durch
6,325 bis 40Schruppen, Vorbearbeitung
3,216 bis 25Standard beim Drehen und Fräsen
1,66,3 bis 10Schlichten
0,84 bis 6,3Feinschlichten
0,4 und feinerunter 4Schleifen, Honen, Polieren

Wir erreichen beim Drehen und Fräsen durch Feinschlichten Oberflächen bis Ra 0,8 (Rz 4); feinere Flächen entstehen durch Schleifen.

Welche Oberfläche brauchen Sie wirklich?

  • Sichtflächen ohne Funktion: Ra 3,2 genügt fast immer.
  • Dicht- und Anlageflächen: Ra 1,6 bis 3,2, je nach Dichtung.
  • Lagersitze und Passungen: meist Ra 0,8 bis 1,6.
  • Gleitflächen und dynamische Dichtungen: Ra 0,4 und feiner, oft geschliffen.

Geben Sie feine Oberflächen nur an den Funktionsflächen an und für den Rest einen allgemeinen Wert im Schriftfeld. Jede Stufe feiner kostet zusätzliche Bearbeitungsgänge — an der ganzen Oberfläche eines Teils kann das den Preis deutlich erhöhen.

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