Ratgeber · 5 Min. Lesezeit

Was kostet ein Drehteil? Wovon der Preis abhängt

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Zwei Drehteile, die auf den ersten Blick gleich aussehen, können im Preis um ein Vielfaches auseinanderliegen. Das liegt selten an der Kalkulation, sondern fast immer an wenigen Merkmalen des Teils. Wer sie kennt, kann schon bei der Konstruktion viel Geld sparen.

Die fünf Bausteine des Preises

1. Rüsten und Programmieren. Bevor der erste Span fällt, wird die Maschine eingerichtet: Programm erstellen, Werkzeuge einsetzen, Spannmittel montieren, erstes Teil messen. Diese Zeit fällt einmal je Auftrag an — egal ob Sie 1 oder 1.000 Stück bestellen.2. Laufzeit. Die Zeit, die die Maschine je Teil arbeitet. Sie hängt von der Geometrie ab: wie viel Material abgetragen wird, wie viele Durchmesser, Nuten, Bohrungen und Gewinde es gibt und ob gefräst werden muss.3. Werkstoff. Maßgeblich ist nicht das Fertigteil, sondern das Rohmaterial — der nächstgrößere Stangendurchmesser mit Aufmaß. Edelstahl kostet ein Mehrfaches von Automatenstahl und lässt sich zudem langsamer zerspanen.4. Genauigkeit und Oberfläche. Enge Toleranzen und feine Oberflächen brauchen zusätzliche Schlichtgänge, langsamere Vorschübe und mehr Messaufwand.5. Nachbehandlung. Härten, Beschichten oder Eloxieren kommen hinzu, meist mit eigenem Mindestpreis je Auftrag.

Warum die Stückzahl so viel ausmacht

Die Rüstzeit wird auf alle Teile eines Auftrags verteilt. Beträgt sie zum Beispiel eine Stunde, trägt ein einzelnes Teil die ganze Stunde, bei 100 Stück nur noch 36 Sekunden je Teil. Deshalb sinkt der Stückpreis mit der Menge zunächst stark und flacht dann ab, wenn fast nur noch die Laufzeit zählt.

Ab etwa einigen Hundert Stück lohnt sich bei kleinen Teilen oft die Stangenarbeit mit Stangenlader: Die Maschine läuft dann auch ohne Bediener, was die Kosten je Teil weiter senkt.

Sieben Wege, ein Drehteil günstiger zu machen

  • Toleranzen nur, wo die Funktion sie braucht. Für alles andere reicht ISO 2768-m.
  • Oberflächen realistisch angeben. Ra 3,2 ist Standard beim Drehen; Ra 0,8 kostet deutlich mehr.
  • Gut zerspanbare Werkstoffe wählen, wo es geht: Automatenstahl statt Baustahl, 1.4305 statt 1.4301, Automatenmessing statt Sondermessing.
  • Handelsübliche Stangendurchmesser nutzen. Ein Außendurchmesser von 39,5 statt 40 mm spart ein Stück Zerspanung, 41 mm statt 40 mm erfordert die nächstgrößere Stange.
  • Innenradien und Freistiche zulassen statt scharfer Innenecken.
  • Gewinde und Bohrungen normgerecht auslegen — Sondergewinde brauchen Sonderwerkzeuge.
  • Mengen bündeln. Ein Abruf von 200 Stück ist günstiger als vier Abrufe à 50.

Wie Sie schnell zu einem belastbaren Preis kommen

Schicken Sie uns die STEP-Datei und eine Zeichnung mit Werkstoff, Stückzahl, Toleranzen und Oberflächen. Je vollständiger die Angaben, desto genauer das Angebot. Mehrere Stückzahlen auf einmal anzufragen lohnt sich: So sehen Sie direkt, ab welcher Menge der Preis kippt.

Wie wir die Laufzeit aus der Geometrie ableiten, haben wir in unser eigenes Kalkulationswerkzeug Nemero gegossen — mehr dazu hier.

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